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5. September 2025

Dritter CIRCLE Talk 2025 mit Paul PLENER

Rückblick: Wahrheit, Wahrnehmung und Wirklichkeit

Wie zuverlässig sind Erinnerungen? Wie sehr prägt unsere Wahrnehmung das, was wir für Wahrheit halten? Und was bedeutet das für uns als Jurist:innen im Berufsalltag?

Diesen spannenden Fragen sind wir am Abend des 5. September 2025 im Rahmen unseres CIRCLE Talks zum Thema „Wie wahr ist die Wirklichkeit?“ nachgegangen. Dr. Paul Plener, Professor für Medizin und Leiter der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Medizinischen Universität Wien, zeigte eindrucksvoll, warum Wahrheit nie nur schwarz oder weiß ist – sondern ein komplexes Zusammenspiel aus Erinnerung, Kontext und subjektiver Erfahrung.

Diskutiert wurde unter anderem über:

  • die Grenzen menschlicher Erinnerung
  • die Auswirkungen im beruflichen Alltag von Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten
  • die Erkenntnisse der Wissenschaft zur Wahrheitssuche und Rekonstruktion von Erlebtem

Ein zentrales Fazit des Abends: Eine einheitliche Wahrnehmung der Realität gibt es nicht. Jeder Mensch verarbeitet Sinneseindrücke anders – beeinflusst durch persönliche Erfahrungen, Erwartungen und Emotionen. Was wir als „Wirklichkeit“ begreifen, ist daher nie absolut, sondern lediglich eine höchstwahrscheinliche Version dessen, was geschehen ist. Die objektive Wahrheit bleibt letztlich unerreichbar – auch, weil unser Gehirn nur über Irrtümer und Widersprüche lernt. So können wir unsere Wirklichkeiten niemals vollständig miteinander teilen.

Gerade im juristischen Alltag hat diese Einsicht weitreichende Bedeutung: Wenn Aussagen auf Erinnerungen beruhen, müssen wir uns stets bewusst sein, dass auch sie nur Annäherungen an eine Wahrheit sind, die jeder Mensch anders erlebt – und anders erinnert.

Unser Key-Takeaway:

Unser Gehirn konstruiert Wirklichkeit – nie objektiv, immer subjektiv. Erkenntnis entsteht, wo wir diese Grenzen anerkennen.

Ein herzliches Dankeschön an Paul Plener für seine spannenden Einblicke – und an unsere Gäste, die den Abend durch ihr großes Interesse, Fragen und ihren engagierten Austausch bereichert haben. Der CIRCLE Talk hat verdeutlicht, dass die Auseinandersetzung mit Erinnerung und Wahrnehmung nicht nur wissenschaftlich spannend, sondern auch für unsere Arbeit entscheidend sein kann.

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